Samstag, 8. März 2014

Low Society

Am Dienstag bekam ich einen erfreulichen Anruf von Samy: „Hey, in der Bielerhöhe hatts Schnee ohne Ende! Lass uns zusammen mitn Raphael auf a Hütten gehn und gemma drei Tage Touren. Nur welche Hütte? Jamtalerhütten wär super, is glei in der Nähe der Bielerhöhe. Oder wart, gemma auf die Wiesbadner.“
Der Nebel der Sesshaften
Ich willigte ein und fuhr am Mittwochabend mit dem Zug nach Vorarlberg. Luxus pur, dieser Railjet. Am Abend FreerideWorldTour schaun und dann nach ein zwei ortsansässigen Bieren, ran an die Planung. Doch da lagen auch schon die ersten Steine im Weg: Die Jamtalerhütte ist voll, und von der Wiesbadner geht man meist mit Klettergurt auf sehr alpine Touren.
Schneepanzer
Naja, zum Glück hatte Raphael auch drei Betten auf der Heidelbergerhütte reserviert. Also wieder zurück nach Tirol. Wiedereinmal Ischgl… Um zum Ausgangspunkt der Tour zu kommen mussten wir durch den Nobelort spazieren.

Raphael und Samy beim Auffelln
Eine Welt die ich nie verstehen werde, bzw. nie verstehen will. Ein Panzerwagen mit Anhänger brachte Material, uns und 8 Russen, die bereits während der Fahrt eine Magnumflasche Bier leerten, zur Hütte.
Der Piz Larain im Hintergrund
13km, 1000hm, 1h Fahrt und die Gewissheit, dass ich mich nie wieder in dieses Gefährt setze, später waren wir in der Winterlandschaft am anderen Ende der Ischgler Society angekommen. Wir hatten uns nicht sehr viel mit Tourenplanung beschäftigt, sondern ließen uns von der Umgebung überraschen. Das Ziel war jedoch bereits nach dem Auffellen fixiert: PIZ LARAIN (wie wir später herausfanden). Gerade wegs auf die Heidelberger Scharte und dann am Kamm die Ski schultern und rauf. Klingt easy, wär es auch, wenn doch nicht schon Sommer wär…
Schneeanker
Der Schnee auf Fellen und Skibelag zog mir den letzten Nerv. Es raubt einen Energie wenn man pro Fuß einen gefühlten Schiffsanker mehr den Berg raufschleppt. Nach unsrer Kletterpartie am Gipfel angekommen trafen wir 4 Tourengeher, die sich mindestens 3 Minuten länger mit ihrer Tourenplanung beschäftigt hatten als wir. 
Kleine Kletterein
Denn man kann um den steilen Gipfelhang problemlos und ohne klettern zum Gipfel aufsteigen. EGAL! Unsre Abfahrtroute glich ungefähr der Aufstiegsroute.
Samy
Zwischen felsdurchsetzdem Gelände fanden wir zwar einiges an Neuschnee, doch unter diesem war meist kein Schnee mehr zu finden. Nachdem der Sluff auch noch abgerutscht war, waren die befahrenen Hänge auch fast schneefrei. 
Raphael
Trotzdem hatten wir kaum Steinkontakt. Da das Essen erst um 18:00 Uhr serviert wird kamen die Felle nochmal auf die Latten und es konnte von einem vorgelagerten Gipfel des Piz Larain direkt zur Hütte abgefahren werden. Super lange Hänge ohne Steine, Soulfreeriden vom feinsten. Da der Discopogo von Ischgl herraufhallte durch den Fahrtwind in Vergessenheit geriet.
Matze im...
...Soultrain
Der Abend gestaltete sich wie immer auf Hütten: Bier bis zum Essen, während des Essens ein Bier und danach noch ein zwei bis zum Schlafen gehen.
Tourenplanung nachn Abendessen
Am nächsten Morgen hatten wir einen unbenannten Gipfel hinter der Hütte im Aug.
Am Morgen ein Hike und der Tag ist dein Freund
Samy straigt UP
Oben angekommen sah es kurz nach einer Fehlentscheidung aus. Der Hang wirkte sehr eisig und windgepresst… Schimpfen und Fluchen sollte man jedoch erst wenn man unten ist, doch da hatten wir dann keinen Grund mehr. Feiner Hang mit genügend Platz für drei unabhängige Spuren. 
Raphael im Lensflare
Der letzte Streich folgte kurz darauf: letzter Anstieg und ein weiteres unbefahrenes Face lag uns vor Füßen.
Last Turns
Happy Sam
 Nach dem Cola-Weizen an der Hütte mussten die 13km bis zum Auto rausgeschoben werden und danach spazierten wir wieder durch ganz Ischgl zum Auto: Kulturschock garantiert...
Raphael in DER VIP Lounge
Rein in den Zug und heim ins Wochenende! 

Montag, 24. Februar 2014

FWQ Kappl

Nachdem ich letzte Woche beim Open Faces OPENER in Axams wegen einem Punkt nicht weiter gekommen bin, war ich stark frustriert. Dann wurde auch noch der NatureRide abgesagt und ich fiel in ein Motivationsloch aus dem mich nur ein Contest, bei dem ich endlich wieder zeigen kann, dass ich es kann, rausholen könnte. Doch es war weit und breit nix mehr in meinem Terminkalender zu finden.
Die Quellspitze
Doch weißt du nicht mehr weiter kommt irgendwo ein Lichtlein her.
Diesmal in der Form einer Email: Wer beim Open Faces Contest in Kappl starten will soll mir eine Email schreiben oder mich anrufen, stand darin.

2.Neil Williman, 1.Stefan Jöchl, 3.Matthias Kurzthaler
Super! Am FreerideWorldTour-Face fahren! Als es am Telefon hieß ich würde den Startplatz bekommen war ich mehr als happy. Danke nochmals an Claudia und Samy die mir aus meinem Down halfen.
Der Rest ist Geschichte. Die Sam Smoothy Line war für mich uninteressant, da ich dachte dass sie sowieso von jedem kopiert wird. Doch machte das nur einer so gut, dass er sich sogar auf den ersten Platz wieder fand: Stefan Jöchl. Neil Williman, der FWT-Fahrer ließ mit einem massivem BackFlip über das „blinde“ Cliff nix anbrennen und landete vor mir auf den zweiten Platz. 
Ergebnisliste
Einfach mega bei so einem Starterfeld mitfahren zu drüfen. Zum Video: Für die GoPro-Qualität muss ich mich entschuldigen, ich brings nicht besser hin. Vielleicht gibs nochmal eine überarbeitete Version.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Kaiserliche Rinnengaudi

Griesner Kar
Seit der Hauptschule hab ich die Rinne zum Schönwetter-Fensterln im Kopf. Damals mit Skischuhen bis zur Fritz-Pflaum Hütte gegangen und dann mit den Bigfoots durch den Firn und den Gatsch runter.

Pflaumei
Doch trotz allen Anstrengungen eine schöne Tour. Mit dem neuen Tourenbindungssystem auf meinem Nordica Girish konnte die Tour jedoch mit besseren Equipment "wiederholt" werden.
LeckOmioGrande
Der Winter hat bislang nicht seinen Namen verdient und so siehts auch im Kaisergebirge aus. Doch durch den ständigen Südwind wurden bestimmte Rinnen gut mit Schnee vollgeweht. Beim Raufgehen war ich wieder einmal das „dritte Rad am Motorrad“, da ich die Klettermaxl Hechei und Hannes nicht in ihrer Unterhaltung stören wollte. Diese liefen die ersten 800hm bis zur Hütte voraus. Hat auch was Gutes: ich konnte ein paar Fotos machen =)
Hannes im schönen Fenster
Little Chamonix
In der Rinne ging auf Skier irgendwann nix mehr. Ski abschnallen und mühsam Höhenmeter machen. Selbst das hatte dann ein Ende als die ersten Schichten rutschten und wir mit den Füssen ins Bodenlose treteten. Skianschnallen und runter. Muss nicht immer ein Gipfel sein. Lieber sicher heim. Danke an Hechei und Hannes, ein lang ersehntes Ziel fast erreicht.
Ab durch die Mitte