Freitag, 12. September 2014

Reha Tagebuch

7. September:
Am Sonntag hab ich mir nach einem super schönen Tag mit langer Wanderung und einen kleinen feinen Flug mein Knie beim Laufen am Landeplatz nach einem Sprung zerstört. Gleich nach dem Knacks und dem Schock war mir klar, dass das Außenband ab war. Erster Gedanke galt jedoch nicht meiner Gesundheit sonder meiner Arbeit: 1 Woche im neuen Job und jetzt DASS!!! FUUUUCCCKKKK.
Ich weiß noch von meiner letzten Knieverletzung, dass man sich das Außenband sehr selten reißt. Claudia brachte mich sofort ins Krankenhaus in St.Johann. Nach dem Röntgen war meine Diagnose bestätigt und ein Schubladentest fürs Kreuzband war aufgrund meiner Schmerzen und dem damit verbundenen Verkrampfen nicht möglich. Der Doktor bestätigte mir jedoch, dass ein Außen- oder ein Innenband immer nach dem Kreuzband reißt.
Knie am Sonntag nach Abnahme der Schiene
Warum schreib ich diese Zeilen: Weil man Zeiten wie Reha, Schmerzen und langes Gehen mit Krücken viel schneller vergisst als die Zeit kurz nach der Reha. In der man schon wieder fitter wird, Radfahren kann oder Wandern geht. Es liegt halt in der Natur des Menschen, dass er sich lieber ans Schöne erinnert. Doch will ich meine Genesung diesmal täglich festhalten und wenn ich mir ehrlich bin: den ganzen Tag lesen geht auch nicht. Als Ausgleich schreib ich halt täglich 5 Zeilen.

Knie Montag Abend
Kurz nach dem Verlassen der Krankenhauses hab ich bei der Sportsclinic Austria angerufen und konnte mit Doktor Hoser einen MRT Termin am Montagmorgen ausmachen. Nach der MRT wurde auch gleich ein Operationstermin am Dienstagmorgen ausgemacht, da sich das Außenband sonst zurückzieht und es nicht wie das Innenband selbst verheilt.

Und genau am Dienstag nach bzw. kurz vorm Aufstehen kamen all die verdrängten Erinnerungen der letzten OP wieder zurück. Die Schmerzmittelspritze in der Nacht, da das Schmerzmittel im Tropf nicht ausreichte. Das Abnehmen des Verbandes, bei dem ich dachte es ist sicher eine zentimeterdicke Bandage drunter, stattdessen: Alles nur KNIE und Schwellung. Die Angst nach der OP umzuknicken (jetzt mit dem Außenband viel akuter als eine OP bei ders nur ums Kreuzband geht). Und die lange Reha, die komplette Abhängigkeit von anderen Leuten. Also die Hilflosigkeit und das jede Bewegung, jeder Weg dreimal überlegt wird… DAS hatte ich alles vergessen gehabt. Ich hatte nur den Teil der Reha im Kopf den ich genossen hatte: Berggehen mit Claudia und Max und mit der Gondel wieder runter fahren. Geknetet werden bei Knipp Rudi und Spass daran haben, dass ich so eine schnelle Genesung hatte. Später dann Radlfahren und Tourengehen (wieder mit der Gondel runter).
Das starke Linke und der schmächtige Rechte
9. September
Also in der Früh fuhr mich Papa nach Hochrum. Ich checkte im Zimmer ein und wartete auf meinen Termin. 11:00 OP, vorher noch Gespräche mit dem Anästhesisten. Dieser erklärte mir, dass es diesmal keinen Schmerzblocker gibt um dem Muskel nicht so viel Kraft zu nehmen. Die Reha sollte dadurch schneller vorangehen.
Da kamen ein zwei Ängste in mir auf. Letztes Mal brauchte ich trotz Schmerzblocker DIE Schmerzmittelspritze am zweiten Tag. Doch das sieht man eh alles später. Zur OP kann ich nur im Nachhinein erzählen: Dr. Hoser rief um 14:00 Daheim an und bestätigte das die OP perfekt verlaufen war. Ich wachte um 15:30 auf und genoss meinen Zustand. Die Krankenschwestern wollten mich aber wacher sehen. Über Nacht musste ich nach einer kleinen Schmerzmittelupgrade fragen. Das war aber nicht weiter schlimm.
Kurz vor der OP
10. September
Nach dem Aufwachen kamen die Schläuche raus und die erste Physio startete. Mit Tipps wie man die Lymphknoten bzw. den Abtransport der Schwellung über diese beschleunigen kann. Danach Lymphdrainage und zu Mittag brauchte ich wieder etwas Unterstützung von oben: etwas mehr Schmerzmittel. Aber wieder nicht die wilde Spritze. Nachmittags und mittags bin ich noch ein zwei Runden spaziert.

11. September
Wie ein Uhrwerk: mein Knie meldete sich wieder um 2 Uhr morgens und der kleine Schmerzmitteltropf wurde wieder angeschlossen. Nach dem Frühstück gab es Physiotherapie: Strecken des Beins und passives Bewegen. Und nach der Zeitung wurden wiederum die Lymphknoten aktiviert. Danach kam auch schon Doktor Hoser der den Verband abnahm, die Nähte abklebte und mich nach Hause schickte. Wahnsinn. Aber eigentlich ok. Ob ich jetzt hier lieg oder daheim ist schon egal. Markus klaubte mich kurz nach Mittag auf und mit Zwischenstopps bei Hausarzt und Apotheke kam ich mit Schmerzmittel, Magenschutz und den beliebten Thrombosespritzen daheim an. Claudia zauberte ein leichtes Abendessen und dann gings auch schon ins Bett, da der Tag doch sehr fordernd war.
Bissl Blut, aber nix schlimms
12.September
Nicht ganz nach der Uhr, aber aufgrund der Ortsverschiebung noch im Rahmen: eine halbe Proxen um 3:00Uhr Morgens hats zum weiterschlafen gebraucht. Am Nachmittag erstes Lymphen bei Knipp Rudi. Man merkt einfach, dass er sein Handwerk versteht.
NomNomNom

13. September
Immer noch brauchts über nacht eine halbe Proxen zum weiterschlafen. Vorm schlafen dachte ich, dass ich gar kein Schmerzmittel mehr brauche. Das Knie an sich schmerzt nicht. Nur die Nähte sind das „Problem“. Und da im Schlaf alles besser heilt und man heutzutage keinen Schmerz mehr fühlen muss nimmt man einfach die kleine Tablette und fertig.

Doch dafür den ganzen Tag über kein Schmerzmittel mehr genommen und keine Schmerzen gehabt. Fein. Leider ist Wochenende und ich kenn keinen Physiotherapeuten der mich Spaß halber Lymphen will.


14. September
Ruhig lagern, kühlen und sonst nix. Die Schwellung ist wieder etwas zurückgegangen, doch kocht das Knie innerlich. Ein weiteres Problem, dass seit der letzten Verletzung vergessen war: Socken anziehen! Und im Speziellen die Thrombosestrümpfe: allein unmöglich.

15. September
Endlich wieder Physiotherapie, bzw.
Lymphdrainage.

16. September

Ctrl C 15.September; Ctrl V


17. September
Ctrl C 15.September; Ctrl V


18. September 
Rumliegen, lesen und Retterspitz statt Physio. Auch fein. Doch bei dem schönen Wetter macht das keinen Spaß.

19. September
Keine Schmerzen und genau das ist gefährlich. Unbedingt NUR mit Krücken gehen und nicht glauben, dass schon mehr geht. Weiter wird mir geraten einfach nichts zu überstürzen und Ruhe ist zurzeit immer noch das Beste.


20. 21. 22. 23. September
Simple Life. Etwas langweilig doch Bücher und Internet helfen über die schönsten Tage.
PatrickStarKnie

24. September
Klammern raus. Mir wird weiterhin zur Vorsicht geraten, nichts überstürzen! Da das Außenband seine Zeit braucht. Es hält anfangs einfach nicht. Voraussichtlich kann ich ab 30. September die Krücken auf die Seite legen. Danach noch drei Wochen Schiene. Doch zur Arbeit will ich ab 8. Oktober.



Bis zum 29. September gibt es nichts zu berichten. Eisauflegen, hochlagern und etwas in der Wohnung hin und her „Krücken“. Nur eines ist schon FIX: mit Skifahren wirds heuer NIX

29. September
In der Physiotherapie darf ich das erste Mal aufs Radl und in die Beinpresse. Das darf man sich jetzt aber nicht wie Sport vorstellen. Einfach nur bewegen.

1. Oktober
Krücken weg! Den halben Tag noch mit einer Krücke aufn „Weg“ und später die ersten Meter nur mit Schiene. Fein endlich etwas mobiler bzw. wieder auf leiseren Sohlen unterwegs.


2. Oktober
Physio mit Lymphdrainage, Strom, Radln und Beinpresse. Das linke Wadl ist die Hälfte vom Rechten und mit zwei Händen komm ich schon um meinen linken Oberschenkel. Hoffentlich ist das der Tiefpunkt und die Muskeln nehmen nicht noch mehr ab.


15. Oktober
Kontrolltermin bei Doktor Hoser. Alles im grünen Bereich obwohl mir wieder bestätigt wird, dass ich heuer keine Skisaison haben werde. Langlaufen und das Tourengehen mit Gondeltalfahrt sieht jedoch auch der Doktor als super Reha an. Seit 8.10 bin ich wieder in der Arbeit. Zum Glück wurde ich behalten, ist ja auch nicht selbstverständlich.
Die Physio geht jetzt immer mehr in die aktive Phase über. Jedoch bekomm ich immer noch Lymphdrainagen da sich durch die Sitzerei tagsüber immer wieder Schwellungen bilden. Alles halb so schlimm. Die Schiene kann ich jetzt 90° abbiegen und muss sie nur noch eine Woche lang tragen. Trotz allem wird mir aufgrund des filigranen Außenbandes immer noch zur Vorsicht geraten. Nix übertreiben auch wenn man sich schon fit fühlt.


20.-25.Oktober
Die Schiene kommt langsam weg.
Nach 6 Wochen gewöhne ich mir nach und nach die Schiene ab. Nicht als harter Schnitt, sondern immer wieder Zeiten ohne Schiene und Zeiten mit Schiene. Während der Arbeit lasse ich sie aufgrund der weiten Autofahrt drauf. Gehen, sitzen und Therapie also quasi der Feierabend, wird ohne Schiene absolviert.
Ein Sauberes Gehbild definiert sich hauptsächlich daraus wie weit das Knie überstreckt werden kann. Die Beugung ist jetzt noch zweitrangig. Auf volle Streckung wird jetzt mit Rad, Trampolin, Beinpresse und Durchdrücken des Kniegelenks während der Massagen hingearbeitet. Erster sportlicher Erfolg war ein längerer Spaziergang von zu Hause bis zum Berg. Ich bin fix und fertig, jedoch ohne Schmerzen am Ziel angekommen.


 

Mittwoch, 13. August 2014

Testing Holidays

Nach 5 Jahren mit feinstem Service alla Tomas Pellicci hab ich meinen Aeros aufgrund der Angst zu viel an Wert, bzw. Geld, zu verlieren verkauft. Nochmals will ich mich für den super Service von Tomas und den 5 Jahren Aeros bedanken.
Castelluccio blüht...
Somit war ich Drachenlos…
Claudia und ich beschlossen dem Schmuddelwetter zu entfliehen und packten unser Auto voll. Der Trip führte uns nach Ancona. Ein kleiner und feiner Strand inmitten eines Naturschutzgebietes den ich aus meiner „Jugend“ kenne. Leider war er aufgrund der Überfischung und der Ferienzeit in Italien nicht mehr so einsam und naturbelassen wie ich ihn in Erinnerung hatte. Egal, nach zwei Tagen am Meer haben wir meist eh genug. Somit entschieden wir uns zum Cucco / Sigillo zu fahren um uns dort die Italienische Meisterschaft anzuschauen. Manfred Ruhmer brachte extra seinen Laminar mit und ich konnte diesen testfliegen. Nach drei Stunden feinstem Fliegen und der ein oder anderen Handling und Leistungsüberraschung entschied ich mich gegen eine Toplandung und flog zum Landeplatz. Eine Carbonkiste wie diese will man nicht crashen…
Wings Over Visso Skiing Resort
Wolfi organisierte mir einen weiteren Testflug. Nach dem letzten Task konnte ich den T2C von Tullio testfliegen. Der Drache hat bis auf ein kleines Transportmalheur, nur 7 Flüge und die feinste Einstellung des WM dritten Fillippo Oppici genossen. Nach dem ersten Testflug war ich vom Handling begeistert. Am nächsten Tag durfte ich ihn nochmals fliegen und realisierte erst wer der „Vorbesitzer“ war… Saucool. Nach über 6 Flügen an einem Tag und nur einmal zusammenbauen hatte ich dann auch genug und wir packten unsre Sachen um in eines der schönsten Fluggebiete überhaupt zu fahren: Castelluccio!

Starting at Cucco
Der Drache war mehr oder weniger schon gekauft und somit konnte die Reise mit neuem Gerät fortgesetzt werden. Wandern, drei Flüge auf der Forca und ein Meet & Greet mit Timi, Regina, Tobi und Kika waren ein feiner Abschluss unsres Italientrips. Leider musste ich meine Black Mamba noch verliefern und mussten deshalb frühzeitig ins regnerische Österreich zurückkehren. Dank Claudias Fahrkünsten war das aber auch kein Problem und die über 800km schüchterten uns nicht mehr ein…

Cucco Lifestyle: Abends ists am schönsten
Leider sind die Bilder auf Grund der verschiedenen Cameras etwas durcheinander...
Und die "Äktschnbüdl" vom Tobi werden Anfang September nachgereicht.

Montag, 4. August 2014

Austrian Open 2014

Kurz und Knapp:
Die Wettervorhersagen ließen die Teilnehmerzahlen der heurigen Austrian Open stark sinken. Doch da Gerald Kropf und seine Mannen diesen Bewerb jetzt schon das dritte Mal organisieren, wobei er letztes Jahr zwei Mal ins Wasser gefallen ist, konnte man sich auf ein durchgeplantes Wochenende freuen.
Manfred Ruhmer
Task I: ~50km
Ich starte als Erster, dreh an die Basis und warte auf die anderen, sowie auf die Startzeit, fliege dann kurz in Richtung Startzylinder, will wieder in die gleiche Thermik einsteigen. Nix mehr… Landen mit den anderen Pechvögeln, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Egal. Manfred fliegt das Ding als einziger heim.
Start in Task I
Task II: ~50km
Feines Steigen am Schießling, dann 10Minuten vor Tastkbeginn Thermikstopp. Gleiten nach Westen mit hin und wieder einem Heber, Erste Wende eingeflogen, zurück führte jedoch kein Weg mehr. Mit 8 oder 9 Piloten beim freundlichsten Bauern der Steiermark gelandet. Der uns mit selbstgemachten Riebislsaft, Bier und Most empfang. Keiner fliegt ins Goal. Manfred vor Seppi erster, Christian dritter.
Abends feiner Hüttenabend mit super Essen.
Startbulk
Task III: ~50km
Basiswarten auf die Abflugzeit, dann kurz davor wieder Thermikpause… Gleiten nach Westen, erste Wende erreicht. In bockiger Drecksthermik nicht eindrehen können, alle anderen steigen ich gleite. Die Black Mamba weiß wohl bereits, dass sie verkauft ist und lässt mich das auch spüren =/ Noch die zweite Wende geholt, aufn Weg zur dritten abgebrochen. Kurs nicht fertig geflogen, dafür im Ziel gelandet.
Helfer, Piloten und Sieger
Fazit: Super organisierte Staatsmeisterschaft mit Wetterglück und schweren Drachentragen. Fliegerisch hab ichs meinem restlichen Fliegerjahr angepasst: eher schlecht als recht.

AUSTRIAN OPEN 2014

Fotos