Donnerstag, 11. Juni 2015

Loser Open 2015

LOSER OPEN VIDEO
Die Staatsmeisterschaften fielen ins Wasser, die Ludescher Open war mir aufgrund des nicht gerade viel versprechenden Wetterberichts einfach zu weit zum Fahren und so nach und nach wuchs die Lust nach Bewerbfliegen. Kössen machte uns durch das SuperParagleiterTestival inklusive Drachenflugverbot, Schirm- und Menschenmassen die Entscheidung leicht. Auf nach Osten. In Obertraun wurden wir von Asti und Stefan herzlich begrüßt und das erste Sommerwochenende 2015 konnte starten.
Am Start Task III
Nach der unkomplizierten Anmeldung am Donnerstagmorgen und dem ersten Briefing ging es mit dem Loser-Wander-Bus rauf auf den Berg. Ein Bus mit einigen Jahren am Buckel doch zuverlässig und kultig ohne Ende...



Task I: 120km Flaches-Dreieck: Loser-Liezen-Dachstein-Altausee
Gestartet wurde das Rennen mit einem 3km Enterzylinder aus den man aber erstmal rausfliegen musste. Nachdem ich meine kleinen Probleme mit der Eingabe des Tasks in mein XC-Soar-Programm nicht gelöst hatte, sondern es einfach während des Fluges in Angriff nehmen wollte, bin ich am Start schon etwas hinten nach geflogen. Mit hineinzoomen und hinauszoomen usw. war ich mir dann irgendwann sicher, dass ich den Startzylinder richtig passiert habe.
Andere hatten mehr Probleme. Denn erst muss man in die Luft kommen um eine Aufgabe fliegen zu können… Nachdem ich vom Südstart auf den Oststart gewechselt war um dann doch wieder auf Süd zu starten kam ich als letzter vor der Aufwindpause in die Luft. Herrn Fraissl stand nach mir bereit zum Starten musste jedoch 1h warten bis ihn ein kurzer Aufwind erlöste. Aichinger Andi trug seine Ausrüstung auf den untern Startplatz und startete dort kurz vor Racestart… Workout schon vor dem Flug.
Endlich XC
Die ersten Talquerungen warteten bereits mit wunderschöne Eindrücke auf. Über den Grundlsee zur Tauplitz und weiter Richtung Liezen war es bereits ein schöner Flug. An der Tauplitz kurz tief gekommen und dann etwas länger drehen müssen bis der Bart wieder richtig anriss. Aus diesen kurzen Hänger machte ich mir nicht viel. Die letzten OLC-Flüge passten vom Schnitt her immer recht gut und mehr als, ich kann ins Goal fliegen, wollte ich mir beim ersten Bewerb2015 nicht beweisen. Nach der Wende bei Liezen die wiederum mit reinzoomen und rauszoomen am GPS abgesichert wurde gings zum Grimming. Der entlockte dem Vario anfangs nur leichtes piepsen doch am Staubachbart fetzte es mich mit 4m/s integriert an die Basis. Am Stoderzinken stiegen die Temperaturen um mich herum wieder an. Leider etwas zu weit geglitten ohne zu drehen und schon fand ich mich auf 1600m wieder. Das ist im Dachsteingebiet gleich mal wenig Luft unterm Bauch. Nach ausdrehen eines etwas schwerer zu zentrierenden Bartes unter eines großen Schattengebiets lockte der Dachstein mit sonnenbeschienenen Flanken und dicken Wolken weit über Grat. Viele der bekannten Drachen hab ich an der Seilbahn die die zweite Wende markierte wiedererkannt. Jörg, Christian, Raimund usw. In die Wende wieder mit reinzoomen, rauszoomen und fluchen eingeflogen. Auf 3000m aufgedreht jedoch nicht gewagt den Endanflug über den Dachstein zu starten. Nochmal 5min rumgesucht und auf 3200m aufgedreht. Jetzt aber! Mit mulmigen Gefühl allein über das Plateau, aber der Ausblick auf Krippenstein, Loser vor- und Dachsteingletscher hinter einem ließ den Zweifel schnell vergessen.

Über Hallstatt
Stefan riet mir am Vorabend immer die Westseite des Sarsteins anzufliegen und dort bis ans Ende zu Gleiten. Dort drehte ich noch ein paar Meter auf und flog dann in Richtung Norden, zum letzten Waypoint vor dem Ziel weiter. Das Gerät schaltete aufgrund meiner falsch eingestellten Aufgabe nicht weiter und ich konnte wieder nur hoffen, dass alles passt. Rein ins Goal und happy den Task gemeistert zu haben.
Seppi und weitere Kapazunders warteten bereits im Goal. Einige der Piloten hatten den Enterzylinder am Start leider nie verlassen und somit bestrafte das Auswertungsprogramm sie mit vollen Zügen. 0-Punkte trotz geflogener Aufgabe sind bitter. Überhaupt wenn man dem schönen Flug nix abgewinnen will.


Der erste Schenkel war bereits vom Vortag bekannt und mit einem kleinen Hänger über Liezen auch recht schnell geschafft. Wenn man am Dürrenschöberl den Anschluss gefunden hatte und hoch genug war sah man die Vorflieger tief von der Wende zurückkratzen… Vorsicht war geboten. Mit ausreichender Höhe flog ich zur Wende. Mein Vario/GPS schaltete automatisch weiter (alles kein Problem wenn man weiß wie man es bedient) und die ausreichende Höhe war auch schon wieder weg. Kurze Zeit später fand ich mich um 14:00 Uhr auf 1080m Höhe unterm Dürrenschöberl wieder. Der Kampf ums weiterfliegen war hart, eng am Hang, manchmal brutal bockig und lange nicht erfolgreich. Dann kam noch erschwert hinzu, dass man nicht alleine am Hang kratzte. Doch nach 20min zog mich ein Bart anfangs langsam dann stetiger durch die windigen Schichten weg vom Hang und bis an die Basis (2700m 14:35Uhr).
Am Hauptkamm
Im nächsten Bart, auf der Südseite des Ennstal, bzw. an dessen Basis traf ich auf Jürgen Pasker, Dr. Peschl, Raimund Kaiser und Michael Messing. Fein nicht mehr allein in fremden Gebiet rumfliegen zu müssen. Doch Friedl verabschiedete sich nach dem ersten Gleiter durch eine zu nördliche Spurwahl von unserer Gruppe. Ein paar Thermiken weiter war von dem Trupp nur noch Raimund und ich übrig. Die anderen hatte ich aus den Augen verloren. Raimund flog oft tief weiter und wir teilten uns die Führungsarbeit. Wobei ich nicht weiß ob er mich auch gesehen hatte. Kurz vor Obertauern traf ich noch auf den DarkKnightFraissl und Achim Vollmer. Rein in die Wende und retour in Richtung Dachstein. Raimund, Tom und ich trafen uns vor der Ennstal-Querung auf gleicher Höhe. Raimund zog westlicher weg, Tom östlicher weg, und ich entschied mich für die goldene dann aber doch westliche Mitte.
Nach Obertauern
Am Dachstein brachte mich kein Bart hoch so musste ich nochmal kurz gegen Kurs nach südwesten zu einem vorgelagerten Buckel fliegen, aufdrehen und dann übern Dachstein gleiten. Am Sarstein traf ich wieder auf Raimund. Mit ihm noch ein paar Kreise gezogen und dann rein in den Endanflug. Er zog direkt auf den Mittelpunkt des letzten Waypoints ab.

Dachstein von oben
Ich nahm dank Goflyinstruments die optimierte Linie in Angriff konnte Raimund trotz der kürzeren Flugstrecke aber nicht mehr einholen. Egal, denn im Ziel erfuhr ich, dass er die erste und ich die zweite Startzeit gewählt hatten. Was für ein geiler Flug. 164km FAI und dann nur noch grinsen. Claudia und Samuel empfingen mich am Landeplatz und die kleine Familie feierte den zweiten Sommertag 2015.



Task III: 120km flaches Dreieck: Feuerkogel – Trieben –Altaussee
Nordwestwind ließ die Hoffnungen auf einen Start am Loser schnell schwinden. Also fuhr man nach Ebensee zum Feuerkogel. Aufbauen, Startrampe anschaun, HUI, Task reinklopfen und runterspringen. Plan war die erste Startzeit zu nützen und mit den Cracks mitzuracen. Doch zur ersten Zeit war ich zu tief. 20min warten auf die zweite Zeit und dann aber hoch weg. Denkste noch tiefer entschied ich mich irgendwann für den Talsprung. Am Petergupf hab ich die Kiste dann langsam hochgegriegt und ich flog mit den zwei Teilnehmern aus der Ukraine, Oleg und Julia, sowie mit Christian und Jürgen in Richtung Loser. Dort über den bekannten Startberg und rein zur Trisselwand. Leider durch verschiedene Drehrichtungen in einem Bart die Konzentration weggeworfen, aus dem Bart gefallen nicht mehr reingekommen und dann in Talmitte noch nach letzte Anker gesucht. Christian Preininger drehte dort fein auf und konnte seinen Flug fortsetzten. Ich fand nix verwertbares und musste Landen gehen. Halb so schlimm. Rückholer brauchte ich keinen, landete eh im Goal.
Start Feuerkogel - @Rudolf Ippisch

Die Nerven hab ich wahrscheinlich schon am Startberg strapaziert und dann nach der Trisselwand zu sehr auf die anderen konzentriert. Anstatt durchzudrehen hätte ich durchdrehen müssen und dann noch ein paar Kilometer dranhängen. Auf der anderen Seite steht natürlich das unangenehme ruppige Kreisen mit unterschiedlichen Drehrichtungen in einem Bart. Doch daran will ich die frühe Landung nicht festnageln.


Task IV: 80km flaches Dreieck: Loser – Hinteregg – Altaussee
Eigentlich rechnete ich mit dem Wetterbricht nicht damit, dass geflogen wird. Doch wir nahmen den Wanderbus und schon gings rauf zum Start. Und da war er wieder, der Technik-Stress. Ein Waypoint war auf meinem Gerät nicht gespeichert. Eingeben konnte ich keinen und so ließ ich mir die Alm um die es sich handelte genau beschreiben. Während des Fluges, genauer gesagt beim Almsuchen dachte ich mir, dass ich ruhig ausführlicher fragen hätte sollen.
Startwind aber eher gemächliche Verhältnisse am Loser ließen alle Teilnehmer im Startzylinder zusammenwarten. Fast 50min vor Startzeit abgehoben rumgeflogen und eigentlich in eine gute Startpostition gedreht wartete man an der Basis bis die Zeit vergeht. 5 Minuten vor Racestart hatte ich einen kleinen Hirnausfall. Aus dem Startzylinder raus zur Trisselwand geflogen, dort nur Saufen kassiert und wieder zurück in den Startzylinder geflogen. Die Meute raste über mich weg und ich fand mich tief übern See wieder. Bis zum Loser zurück wollte ich auch nicht fliegen, deshalb machte ich mich auf in Richtung Grundlsee / Trisselwand. Dort unter Grad nach oben gekämpft während andere weit über mir schon den zweiten Gleiter starteten. Mit Basishöhe machte ich mich mit wenig Hoffnung auf um das Feld einzuholen. Schon oberhalb der Sonnalm traf ich Emrich Georg, Michael Messing und Jürgen Pasker wieder. Ich sparte mir das Suchen am Berg und flog gleich die vorgelagerten Hügel an. Es zog mich starkversetzt gegen die Kursrichtung rauf und kurze Zeit später drehte ich fein über der Tauplitz. Glitt wiederum die vorgelagerten Hügel an und konnte Achim Voller, den ich nach der Tauplitz traf, in Folge durch die bessere Spur etwas Zeit abnehmen. Doch an der Wende kamen die Zweifel. Welche der 10 Almen ist die richtige. Eigentlich war der Plan einen anderen Piloten zu folgen und somit sicher in den Zylinder einzufliegen. Doch alleine musste ich ein paar Extrakilometer fliegen. Die brachten mir OLC mäßig zwar einige Punkte zeitlich aber nix. Beim Rückflug battelte ich mich mit Sasha aus Russland und zog anfangs schnell davon. Leider an der Sonnalm zu sehr auf die Tauplitz gesetzt und dann gegen Kurs nach Süden fliegen müssen um, bereits tief einen Bart zu finden der mich wieder an die Basis brachte. Noch ein zwei halbherzige Thermiken mitgenommen und an der Trisselwand den letzten Bart des Bewerbs fast ausgedreht. Der Goalgleiter ließ es nochmal spannend werden… genügt die Höhe für den letzten Waypoint... erst knapp vorm Berghang piepst mich mein Gerät an und ich konnte erleichtert umdrehen. Mit Vollgas ins Goal und glücklich gelandet. Was für ein super organisierter Bewerb. Was für ein Wochenende. Leider konnte ich bei der Preisverteilung nicht mehr klatschen. Normalerweise bleib ich immer bis zum Schluss. Doch die kleine Familie bleibt Priorität Nummer 1.

Ergebnisse LoserOper2015

Montag, 20. April 2015

So far, So good /// OLC 2015


Telfs 12.04.2015:
OLC
Herrn Halter und ich waren uns am Vortag noch sicher, dass wir uns am Rauschberg treffen. Ein Regenguss um 5Uhr morgens vermieste diesen fixen Entschluss jedoch. Er motivierte mich weiter zu denken und auch weiter zu fahren. Da sein Renault auch eine Vignette auf der Windschutzscheibe kleben hatte war die Anreise schnell geklärt.
In Telfs angekommen trübten Zieren den im Westen Tirols besser vorhergesagten Tag. Nach Aufbauen und dem Beobachten von Walter Geppert gingen auch wir in die Luft. Tom stieg später im gleichen Bart ein und drehte den bis weit über meinen Kopf aus. Kurze Zeit später trafen wir uns an der Hohen-Munde und flogen 20km gegen Westen. Dort konnten wir in rasantem Steigen einen riesen Lawinenabgang beobachten und da ich nicht wusste wie weit ich noch gegen Westen fliegen darf ohne eine Luftraumverletzung zu begehen drehte ich um. Wieder übern Start angekommen fror mir bereits der rechte Arm ab. In der Nähe von Seefeld an einem vorgelagerten Buckel bei dem die Thermik schön abriss brachte ich meine Hände wieder auf Temperatur und drehte mit einem Raubvogel in Basisnähe. Der Wunsch aufgrund der Kälte landen zu gehen verschwand mit dem zunehmendem Gefühl in den Fingern. Die Angst in Innsbruck auf dem Notlandeplatz runter zu müssen legte sich durch die definierten Thermiken und die Idee nach Hause zu fliegen schlug über den kleinen Solstein so richtig ein. Von da aus glitt ich bis zum Gleisch, drehte dort ein paar Kreise bis an die Basis um sofort wieder weiter zu gleiten. Über der Hinterhorner Alm konnte ich gleiches Spiel wiederholen und auch über Schwaz boxte mich ein Bart an die Basis. Dann das erste mal in meinem Leben den Achensee bewundert und bis nach Radfeld weiter mit Kopf unten und FullVG geflogen. Über Radfeld riss die Thermik bei einem schönen Grasbugel ab und bescherte 4,5m/s integriertes Steigen bis unter die Wolke. Nach kurzem Gleiter in Angerberg noch einen nicht so effektiven Thermikschlauch genützt und den letzten Weg geplant. Nach Osten (Wörgl und Wilder Kaiser) sah ich keine Thermikwolken in Reichweite. Nach Norden (Kufstein) war der Himmel ebenfalls schon leer. Doch erschien es mir wesentlich sicherer es in Richtung Kufstein und Zahmer Kaiser zu probieren als eine Talquerung zu riskieren. Der Gleiter brachte mich bis an die Schanz, bei der leider kein Bayrischer Wind anstand. Somit wurde es nix mit aufsoaren an der Kante sonder ich suchte abendliche Thermik in der Südseite. Wenn der Bayrische bereits gepfiffen hätte wäre der Gleiter von Angerberg bis Kufstein wohl nicht möglich gewesen. Also war ich noch früh genug dran um gegen den nicht vorhandenen Nordwind fliegen zu können und noch auf Thermik zu stoßen. Danach schlich ich um die Nordseite des Zahmen Kaisers und hangelte ich mich von Hügel zu Hügel. Schlussendlich half mir die gut tragende Luft bis zum Landeplatz. Saucool.
Im Nachhinein klingt alles ganz einfach. Aber das hat das "Im Nachhinein" so an sich...

Jetzt nütze ich nochmal die Gelegenheit mich bei Thomas Halter zu bedanken und zu entschuldigen.
Danke und Entschuldigung

Als weitere Anmerkung zum Zielflug:

OneWay fliegen ist einfach der Hammer. Man hat EIN Ziel vor Augen und fertig. Entscheidungen über Routenwahl geraten (je nach Ziel) in den Hintergrund. Die Überlegungen, wo man seine Wendepunkte setzt um ein FAI-Dreieck zu fliegen oder OutAndReturn fallen alle weg und dadurch wird das konzentrieren auf den Flug und nur den Flug nochmals vereinfacht bzw. fokussiert.
Ähnlich ist es auch beim Bewerbfliegen, denn die Waypoints stehen ja bereits vor dem Flug fest nur ist man da selten so relaxed und allein unterwegs. Wobei meine "besten" Ergebnisse hatte ich immer erziehlt als ich einfach nur geflogen bin, also das Fliegen genossen und relaxed nach vorne geschaut hab. Hoffe ich kann diesen Gedanken während der nächsten Bewerbe abrufen.





Kössen 19.04.2015
AIRTRIBUNE
OLC
Mit der guten Erinnerung vom letzten Sonntag trafen wir uns zur Gärtnerstunde frühmorgens an der Bahn am Unterberg. Das reservierte Taxi lud bereits die ersten ATOS auf. Mein WillsWing hatte auch noch Platz und der Rest kam mit der zweiten Fuhr nach. Einsame Stille und eine gefrorene Schneedecke machten aus dem Aufbauen Mediation in kalter Luft. Die von der Angerer Open kopierte Rampe (Europaletten mit Gummimatten) erwies sich als super Startplatz und um 12:00 Uhr schang sich Toni als erster in die Luft. Nach kurzem Kampf in der Südseite sah man ihn bereits übern Gipfel. Das der Ostwind wehte konnte man an seinem Versatz erkennen. Markus und ich rannten um 12:38 Uhr über die Kante. Gute satte Thermik über der Almlifttalstation brachte uns bald in Gipfelhöhe. Doch richtig durchziehen wollten die Bärte am Unterberg nicht. Nach einer halben Stunde probieren entschloss ich mich es einfach zu versuchen. Carsten Friedrichs war bereits auf den Weg in Richtung Fellhorn und ich konnte aufgrund des Gerätevorteils an ihm vorbei gleiten. Am Fellhorn fand ich sofort den Anschluss. Oft schon fand ich mich dort auf Gradhöhe suchend. An der Steinplatte gurkte ich zwischen zwei Entscheidungen hin und her und drehte nicht richtig auf. Entweder in Richtung Osten weiter nach Lofer, St. Martin und Saalfelden. Oder durchs Pillerseetal nach Leogang und dann nach Saalfelden. Ich entschied mich für zweiteres, da ich dachte im St. Martiner Tal nur im Lee des Ostwindes fliegen zu müssen. An den Loferer Steinbergen mit Segelfliegern stark geschüttelt Höhe gemacht und in Richtung TÜPL-Hochfilzen weitergeflogen. Dorf einen feinen Bart ausgedreht und weiter gings Richtung Leogang. Leider trug mich die TÜPL-Thermik nicht über den Grad der Leoganger Steinberge und so wurde ich immer tiefer. Umdrehen brachte nix, denn von da kam ich ja und dort stieg nix. Also den Kampf gegen den Ostwind weitergeführt bis zur größten Kuhle in den Leogangern. Dort vereinten sich Thermik und Wind endlich und kämpften nichtmehr gegeneinander an. Trotzdem noch schwer zentrierbar ging es nach längeren Kampf, konzentriert bis fast über Grad. Die zweite Entscheidung stand an. Weiter Richtung Zell am See oder zurück? Nach dem LowSafe (1200m) entschied ich mich gegen den Pinzgauer Spaziergang und flog zurück nach Hochfilzen. Mit viel Wind war wieder nix richtiges an Thermik verwertbar und so glitt ich mit Rückenwind an die Buchensteinwand und das Vario schrie anfangs ganz nett. Doch also ich über Grad war (von der Südseite) sah ich am Windsack der Gipfelstation, dass auch Nordwind im Spiel war. Wildes Geschaukel und der Gedanke, dass man bei den Turbulenzen nicht landen will brachten mich langsam höher. Ein Luftballon der von der Südseite mit starkem Versatz in Richtung Nord aufstieg veranschaulichte die skurrile Windsituation über der unscheinbaren Buchensteinwand nur noch mehr… Wind aus allen Richtungen. Glücklich darüber in diesem Eck zu dieser Zeit nicht landen zu müssen ging es über die Waidringer Buckel zum St. Johanner Segelfliegerplatz und an die nicht vorhandene Basis. Heim oder weiter? Weiter! Den Wilden Kaiser mit immer noch viel Schnee in den Flanken mit viel Rückenwind  entlanggeflogen und am Scheffauer Höhe gemacht. Leider zu wenig um direkt über den Zahmen zu gleiten. Also rüber nach Vorderkaiserfelden und dort im starken Sinken angekommen. Weiter! Weiter und belohnt worden. Thermik in den Nordflanken. Kurz dachte ich schon der Flug ist bald aus weil es vorher so schnell runter ging. Höhe getankt und über die vom Nordwind überspülten Kamelbuckel Richtung Peternhof und heim zum Landeplatz. Dort eine schöne Landung auf die nicht vorhandenen Radl gezeigt. Super happy über den turbulenten Flug bekam ich von OidaMich noch ein Landebier und Claudia samt Wuzel wussten dank Livetracking auch wo ich war.
 

Montag, 30. März 2015

Back On Track 2015

Auch 2015 schaffte es Samuel Schuler, Bernhard Fink und Raphael Öttl die dritte Auflage des Freeride-Happening zu organisieren. Gleich Vorab: es war wie auch die letzten Jahre eines der feinsten Wochenenden die der Freeridegemeinde in Österreich geboten wurden.
Einschreiben
Looks like a cool Cottage
Das Wetter am Freitagmorgen forderte alle Motivation der Teilnehmer. Regen und wenig Sicht in Partenen. Nach Gondelfahrt und Tunneltaxi wich der Regen dem Schnee und der 2h+Aufstieg konnte beginnen.
Am Ziel
Auf der Hütte wurden die ersten Jausen und Geschichten geteilt. Nach ein zwei WeizenCola zur Stärkung fanden sich fast alle Teilnehmer vor der Hütte wieder. Ein super Lawinenverschüttetensuchkurs mit Schaufeltechnik und Erste Hilfe Tipps/Tricks schadete keinen, auch wenn man es schon öfters gehört und geübt hatte. Biwakgraben für 14 Leute und einen Panzerknacker Iglu für 7 Leute rundete den Nachmittag zusätzlich ab. Eine gute Hand voll Rider wollte nach dem Kurs noch zum „Gründungsschrein“ des BOTismus aufsteigen. Doch der aufziehende Nebel machte diesen Plan zu Nichte.
Im Biwak
Brunos Luxusabendessen stärkte uns alle für den nächsten Tag. Die Bergführer gaben ein Face im Klostertal frei. Um in dieses Tal zu gelangen musste der Litznersattel bezwungen werden. Nach Abfahrt, Facecheck und Ridersmeeting machte sich die bunte Meute auf zum Start. Sonne satt und Neuschnee ließen die Anstrengungen aber in den Hintergrund gleiten.
Guten Morgen Kitsch
Zum Contest:
Bei den Boardern zeigte ein kompaktes Feld viele solide Runs. Die Boarder die viel riskierten hatten auch mit den ein oder anderen Schönheitsfehler zu kämpfen. Trotzdem zahlte sich das Risiko aus und die Siegesline von Andreas Neyer zeigte eine solide schnelle Fahrt mit eingebauten 360. Sehr fein. Dritter wurde der Mann aus Litauen, Kostas Sirvydis der einen hohen Jump nicht ganz fehlerfrei stand, dies aber durch seine Linie und seinem technisch feinem Style ausmerzte. Dazwischen zwängte sich noch Thomas Kessler mit Flow, großen Air und kleinen Griff in den Schnee.
Contestface
Ski:
Der oberste Podestplatz bleibt fest in Familienhand. Diesmal zeigte jedoch ein anderer Sperger was die zwei Brüder Fabio und Hanno so in den Schnee bzw. in die Luft zaubern können. Fabio bewies allen, dass man das höchste Cliff des Tages auch problemlos stehen konnte. Auf den zweiten Platz raste Lisa Horst mit einem schnellen, technisch perfekten Run ohne Stopps vor Jumps und voller Kontrolle in der Luft. Den dritten Platz konnte Skalnig Andreas durch einen von Start bis zum Ziel gezogenen Run mit vielen kleineren Jumps und einer mit voller Kontrolle gefahrenen Linie über hart gepressten Schnee ergattern. Reini zog mit Telemarkerski auf den 5 Platz. Nur einen Punkt hinter dem zweiten Sperger der leider mit einem kleinen Schneebrett und einem Backslap zu kämpfen hatte.
Die gezeigten Leistungen und die deshalb vergebenen Punkte vom 2ten bis zum 8. Platz lagen sehr eng zusammen und nur feine Nuancen in Technik, Kontrolle oder Sicherheit machten die Unterschiede aus.
Terrassen Chillout
Wie auch die Jahre zuvor beklatschen die Rider jeden Run und auch die Runs der Bergrettung und Startleiter Samuel Schuler sowie den anderen Helfern.
Nach dem langen Hike zurück zur Hütte genoss man die letzten Sonnenstunden auf der Terrasse. Das Essen war wieder ein Gedicht und die Preisverteilung ging nahtlos in eine feine Hochgebirgsparty über.
Ski
Board
Zum Schluss noch: Danke! Danke an die Organisation, danke an Bruno und seine Familie für die Bewirtung, danke an die Bergrettung und unseren Bergführer Moses.
Last Runs
BOT-Freeride
Fotos von Dominik
Meine Fotos
CONTEST VIDEO